Wasser war viele Jahrhunderte die bedeutendste Kraft der Eifel. Das Wissen, mittels Mühlgräben, Stauwehren, Rädern, Achsen und Transmissionsriemen auch aus den kleinsten Rinnsalen übermenschliche Kraft zu gewinnen, um gewaltige Arbeiten zu verrichten, war überlebenswichtig. Korn zu Mehl zu mahlen bedeutete die wichtigste Sicherung der Ernährung. Aber auch mittels Hammerwerken erzhaltiges Gestein zu ertrümmern, um Eisen zu gewinnen, Holz zu sägen, um Baustoffe herzustellen, erleichterte das Leben enorm. Wenn Mühlen Feuer fingen und niederbrannten, was nicht selten geschah, bedeutete dies eine Katastrophe für ganze Landstriche. Das technische Verständnis für die Mühlwerke sicherte den zahlreichen Müllersfamilien der Eifel einen bescheidenen Wohlstand. Viele Müller im Laufe der Jahrhunderte kamen von außerhalb in die Eifel, gründeten Familien und gaben ihr Wissen an die nächsten Generationen weiter. So auch an den zahlreichen Mühlen entlang der Üß.

Der enge und steile Weg zur Strotzbüscher Mühle hinab in das enge Tal des Üßbachs lässt auch heute noch erahnen, wie mühsam und gefährlich es gewesen sein musste, mit Ochsen- oder Handkarren den Zielort zu erreichen. Heute kommen die Menschen zur Erholung, schlagen ihr Zelt auf, angeln, entspannen und genießen die Ruhe des abgeschiedenen Orts – und einen Schluck aus einer 19,2 Grad Celsius warmen Mineralquelle.

Quellhöhe: 493 m | Mündungshöhe: 101 m | Höhenunterschied: 392 m | Länge: 49 km
Mündungsfluss: Alfbach | Mündungsort: Alf

Aufnahmeort: Unweit der Strotzbüscher Mühle

Wie klingt es in den Tälern der eifeler Bäche und Flüsse? Im Tal der Kleinen Kyll, die bei Neroth entspringt, flankieren von Oberstadtfeld, über Niederstadtfeld bis Schutz das Gewässer einige Straßen. Allerhand Motoren von Autos, LKW, Traktoren, Motorrädern, Flugzeugen, aber auch Rasenmähern und Sägen sind tagsüber fast immer zu hören. Einzutauchen in eine Klangwelt der Kleinen Kyll, wie sie in früheren Zeiten vielleicht einmal war, gelingt erst allmählich, sobald das Flüsschen Schutz verlässt und Richtung Bleckhausener Mühle fließt. Damals wird mit jedem Schritt das klappernde und ratternde Rad der Mühle mehr und mehr zu vernehmen gewesen sein. Heute eröffnet sich ein akustischer Bereich, der die meiste Zeit frei von Motoren zu erleben ist. Zunächst mag man dies als Stille empfinden, bei näherem Hinhorchen wird es jedoch äußerst lebendig.

Der sich durch das immer enger werdende Tal windende Bach gluckert und gluckst, Strudel sind zu hören, Wellen, die an Ufer schlagen, Tropfen, die von Pflanzen fallen. Und je mehr sich das Ohr frei machen kann vom Geräuschbrei des Alltags, umso mehr öffnet es sich für das gelegentliche Kullern der Steine im Wasser, das Knacken des morschen Holzes, das über dem Wasser hängt. Es wird frei für den Wind, der durch die Bäume und Wiesen streicht, für das Gezwitscher der unterschiedlichsten Vögel und die Rufe anderer Tiere. Im Herbst sind selbst die Blätter zu hören, wie sie vom Wind von den Ästen leise knackend losgerissen werden und ins Wasser platschen oder auf dem Boden landen und zusammen mit trockenem Laub fortgeweht werden. Und weiter geht’s, voll im Klangbad der Natur, an der Bleckhausener Mühle vorbei, durch Sauerseifen, zur Heidsmühle, und schließlich bis zur Mündung in die Lieser bei Manderscheid. Jedes einzelne Motorengeräusch dringt nun deutlich wie selten an unsere Ohren, zunächst störend, bis es im Klangbrei des Alltags wieder untergeht, den wir schon gar nicht mehr wahrnehmen.

Quellhöhe: 584 m | Mündungshöhe: 246 m | Höhenunterschied: 338 m | Länge: 24 km
Mündungsfluss: Lieser | Mündungsort: Manderscheid

Aufnahmeort: Auf dem Weg zur Bleckhausener Mühle

Pütz, Born, Drees, Brunnen, Quelle, Bach, Fluss, Weiher, Stausee, Maar oder Moor – welchen Beinamen trägt das eifeler Wasser? Der Pütz befand sich im Haus oder unmittelbar daneben. Er versorgte die Menschen mit dem Wasser, das sie fürs Kochen und vielleicht noch fürs Kleinvieh benötigten. Nur noch in wenigen alten Häusern ist er erhalten, mit Steinen eingefasst im lehmgestampften Keller. Die meisten jedoch wurden, nachdem das Wasser bequem aus der Leitung floss, mit Schutt gefüllt, betoniert und vergessen. Der Born versorgte im Ortskern die Menschen und ihr Vieh. Hier wusch man Kleidung, Rummeln und Kappes.
Hier traf man sich zum Tratschen und tauschte Neuigkeiten aus. Über 50 Dreese in der Vulkaneifel bieten geschmackliche Abwechslung. Die Sauerbrunnen stillen den Durst an heißen Tagen, bieten wertvolle Mineralien und lassen den Teig von Buchweizen- und Pfannkuchen locker werden. In Brunnen wird sauberes und weiches Grundwasser gewonnen, das die Menschen heute versorgt. Aus Quellen speisen sich Bäche, aus Bächen werden Flüsse. Zuweilen wird der Lauf der Bäche ein wenig aufgehalten, Weiher angelegt, um dort Fisch zu züchten, der seit jeher gern auf dem Teller des ein oder anderen Eifelers landet. Vulkanische Eruptionen lassen Maare entstehen, aus denen einige im Lauf der Jahrtausende zu Mooren werden. Konnte der Mensch früher nur mit großer Mühe dem Wasser abringen, was er von ihm benötigte, so bilden Stauseen wie der Üdersdorfer Stausee oder der Stausee bei Jünkerath heute vielfältige Möglichkeiten für Angler, Urlauber und Sportler. Auch der in Sassen entspringende Uersfelder Bach wird zu einem kleinen See aufgestaut, an dem sich seit vielen Jahren Urlauber in einer Ferienanlage erholen.

Quellhöhe: 540 m | Mündungshöhe: 390 m | Höhenunterschied: 150 m | Länge: 6 km
Mündungsfluss: Elzbach | Mündungsort: Lirstal

Aufnahmeort: Heilbachsee

Ein alter Maarkessel südlich von Schalkenmehren birgt ein einzigartiges Areal einer Natur- und Kulturlandschaft abseits der klassischen Touristenziele der Vulkaneifel. Hier sollte ein jeder hin, der die Vegetation, die Tiere und die Landschaft der Vulkaneifel hautnah erleben möchte, ohne einem Menschen zu begegnen. Der nördliche Zugang über eine Autobahnbrücke der A1 lässt kaum erahnen, dass nur wenige Schritte vom Lärm und Abgas der Fernstraße, durch einen natürlichen Wall geschützt, diese atemberaubend stille Landschaft liegt.
Heute zeigt sich eine weite Flachmoorlandschaft, die eine große Anzahl seltener Pflanzen, wie dem Sonnentau und anderen Moorpflanzen, eine Heimat bietet. Vögel sind zu beobachten und in dämmrigen Stunden Rotwild, Wildschwein, Hase u. v. m. Dabei hat dieser Kessel mehrere Wandlungen hinter sich. Mit Ausgang des Mittelalters wurde ein Großteil mit einem Damm abgetrennt, um ein Gewässer aufzustauen, in dem Fische für die Tafeln der Kurfürsten von Trier gewonnen wurden. Im 19. Jahrhundert gewann man aus den meterhohen Torfschichten Brennstoff. Erst in jüngerer Zeit wurde dem Flachmoor wieder Raum gegeben. Der Besucher hat die Möglichkeit, an einer Plattform mit zahlreichen aufbereiteten Informationen zu Pflanzen und Tieren möglichst schadlos in die Landschaft einzutauchen. Aus dem Mürmes speist sich ein Teil des kleinen, bei Ellscheid entspringenden Mürmesbachs, der zwischen Udler und Saxler in den Alfbach mündet.

Quellhöhe: 457 m | Mündungshöhe: 397 m | Höhenunterschied: 60 m | Länge: 2 km
Mündungsfluss: Alfbach | Mündungsort: Saxler

Aufnahmort: Am Mürmes-Wehr

Als Walmerbach ist der am Prümscheid im Salmwald entspringende Bach bei den Wallenbornern nicht unbedingt geläufig. Als »Schotzer Baach« (da er nach Schutz fließt) ist er dort jedoch sprichwörtlich geworden. Heißt es über jemanden, er gehe den »Schotzer Baach rôf«, meint man nicht, dass dieser dem Bach entlang nach Schutz hinunterläuft, sondern bildlich, dass es um sein Wirtschaften und Handeln schlecht bestellt ist. Mit ihm oder ihr geht’s bergab, vor die Hunde, ins Elend … oder was auch immer.
Der Bach selbst enthält besondere Zeugnisse des Vulkanismus. In ihm ist Wasser der Wallenborner Sauerbrunnen enthalten sowie rund alle 20 Minuten auch schwefelig riechendes Wasser des Kaltwassergeysirs »Wallender Born«, oder »Brubbel« genannt. Bevor er den vulkanischen Burberg bei Schutz umfließt, um in die Kleine Kyll zu münden, fließen in ihn die Wasser des Marschbachs, der an den Hängen des weitgehend unbekannten und in der Landschaft nur schwer auszumachenden Wallenborner Maares entspringt.

Quellhöhe: 565 m | Mündungshöhe: 352 m | Höhenunterschied: 213 m | Länge: 7 km
Mündungsfluss: Kleine Kyll | Mündungsort: Schutz

Aufnahmeort: Vor Schutz