boettner k           Bernhard Böttner (1924 - 2013)
     

    Die langjährige Freundschaft und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem international renommierten Pianisten, Festivalleiter und Konservatoriumslehrer Prof. Bernhard Böttner und seinem Schüler Dr. Raphael Woebs ermöglichten dem Institut Denkunternehmung die vorliegende Forschungsaufgabe:

Bernhard Böttner war Privatschüler des Komponisten Günter Raphael und studierte in Leipzig bei Hermann Abendroth (Dirigieren) und Sigfrid Grundeis (Klavier).
Kapellmeisterengagements Staatsoper Katovice, Meiningen und Weimar. Nach einem aufsehenerregenden Pianistendebut 1947 mit der Dresdener Staatskapelle unter Joseph Keilberth widmete er sich ganz dem Klavierspiel. Führende Dirigenten, wie Abendroth, Konwitschny, Mitropoulos, Rosbaud und Scherchen waren seine Förderer. Wiederholtes Auftreten als Solist der Berliner und Münchner Philharmoniker, des Gewandhausorchesters Leipzig, fast aller deutschen Staats- und Rundfunk- Sinfonieorchester. Tourneen durch ganz Europa, einschließlich zahlreicher Konzertreisen in die damalige UdSSR. Begründer und Leiter des internationalen Musikfestivals ‘Sommerhausen Recitals', welches sich insbesondere der Förderung des künstlerischen Nachwuchses widmete. Professor für Klavier am Meistersinger Konservatorium (Nürnberg). Zahlreiche Veröffentlichungen zu pädagogischen Fragen der Stilistik und Spieltechnik. Für sein Lebenswerk erhielt er 2005 das Bundesverdienstkreuz.
Seine durch einen umfangreichen Briefwechsel dokumentierten intensiven persönlichen Kontakte sowie insbesondere sein Einsatz für Werke von Komponisten, die während der Nazi-Diktatur verfemt waren (u.a. Hartmann, Hindemith, Honegger, Raphael, Strawinsky, Schönberg) machen Böttner zu einem der wichtigsten kulturpolitischen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts.