Wenn es etwas typisch Eiflerisches gibt, das weitgehend unverwechselbar für eine ganze Region steht, dann sind es die Wässer aus den Dreesen. Über 50 natürliche Sauerbrunnen, Dreese, Mineralquellen gibt es im Landkreis Vulkaneifel. Viele von ihnen bekannt, einige kartographiert und dokumentiert und einige nur wenigen Menschen geläufig. Sie liegen allesamt in der Nähe zu Bachläufen und markieren besondere Orte, die es lohnt, sie aufzusuchen, an ihnen zu verweilen und den unmittelbaren Geschmack der Vulkaneifel zu erfahren. Jedes Kind erinnert sich an den besonderen Geschmack dieser Quellen und sucht ihn andernorts meist vergebens. Mit jedem Schluck scheinen sodann heimatliche Gefühle auf. Zugleich bilden sie Orte einer besonderen Beziehung der Eifeler zur Natur. Ob gefasst oder ungefasst, ob aus Stahlröhrchen fließend oder zu schöpfen aus dem Boden: Hier wird das Wasser auf magische Weise in Szene gesetzt. Und: jeder Drees hat seinen eigenen Klang: Sprudelnd, plätschernd, knisternd, eruptiv, leise und laut. Und doch sind diese Orte in ihrer Vielfalt nur wenigen Menschen vertraut. So mag dieser Podcast Ansporn sein, sich mit dem Becher auf den Weg zu ihnen zu machen und die Vielfalt zu erleben, hören und schmecken.

Verlässt man der Lieserpfad bei Weiersbach auf auf Höhe der Kläranlage bergauf in Richtung Weinfeld und Schalkenmehren, so zeigt ein Wegweiser nach rund einem Kilometer rechterhand auf einen Drees, den man vermutlich ungesehen passieren würde. Die kleine Quelle am Winkelbach sprudelt unermüdlich eisenhaltiges Wasser, dass sich im umgebenden Grün leuchtend abhebt. Dem Rinnsal zu lauschen öffnet die Ohren auf die Vielzahl an Geräuschen im dichten Wald. Neben Blätterrauschen, Regentropfen und Vogelgezwitscher ist der Ferne ab und zu auch eine Säge zu hören.

50°10’5.50″N 6°49’32.81″E

Der Säuerling bei Strotzbüsch am Ueßbach liegt in einem Tal, dass sich entlegen anfühlt, sobald man hinabsteigt. Die nahe gelegene Strotzbüscher Mühle ist daher bei Campern sehr beliebt. Inmitten einer engeren Talschlucht windet sich der Bach durch schmale Wiesen. Eine Waldliege lädt zum Bleiben ein. Die Quelle weist eine Temperatur von ca. 15 Grad auf.

50° 6’25.57″N 6°58’47.33″E

Unweit der Nürburgquelle in Dreis-Brück sprudelt die Heilquelle Vulkania ihr Wasser aus dem Rande des Dreiser Maarkessels. An diesem Ort trifft die Heilkraft des Wassers auf einen Ort innerer Einkehr. Wenige Schritte von der Quelle steht eine Kapelle, die dazu einlädt, ein wenig länger zu verweilen. Ein Ort, den tagtäglich unzählige Menschen in ihren Autos passieren, ohne ihn zu kennen.

50°16’5.71″N 6°46’21.89″E

Im Volksmund wird er „Kotzdrees“ genannt. Nach wenigen Augenblicken des Lauschens wird deutlich warum. Der unregelmäßig eruptive, würgende, speiende Klang erinnert sehr an entsprechende Reflexe des Menschen. Dabei ist er einer der schönsten Dreese. Leider ein wenig vergessen und je nach Witterung nicht trockenen Fußes erreichbar – dennoch besonders im Geschmack.

50°12’20.68″N 6°49’39.22″E

Der Rengener Drees dürfte einer der Sauerbrunnen der Eifel sein, den die wenigsten Menschen von außerhalb des Ortes regelmäßig besuchen. Denn ihn gilt es ganz gezielt aufzusuchen, hinter den Bahngleisen, auf offenem Feld. Die Aufnahme lässt Klänge aus dem nahen Dorf erkennen: ein Hammer eines fleißigen Handwerkers ist im Einsatz und mischt sich mit dem Plätschern der Quelle.

50°13’23.65″N 6°50’28.65″E

Die Dunaris-Quelle im Kurpark Daun startet auf Knopfdruck. Ihr Wasser sprudelt etwa 40 Sekunden in das bronzene Becken. Im Hintergrund sind die Fontäne des Kurparksees zu hören sowie die Spaziergänger, die den sonnigen Tag genießen.

50°11’6.53″N 6°49’58.44″E

Den Lieserpfad hinab, zwischen Weiersbach und Üdersdorfer Mühle liegt der Drees am Dreesberg. Dem Wanderer bietet sich hier die Möglichkeit zu erleben, wie Eifel schmeckt. Aus der alten, bemosten Quelleinfassung ergießt sich ein permanenter Strahl des mineralischen Wassers. Dieser Klang mischt sich mit dem Brausen der Autos der Bundesstraße, dem Rauschen der Blätter und dem Rauschen der Lieser, die nur wenige Meter entfernt talabwärts fließt.

50° 9’42.67″N 6°49’17.76″E

… oder auch nicht. Im trockenen Sommer 2020 ist er weitgehend versiegt, kaum eine Bewegung in der gefassten Wasserstelle ist vernehmbar. Ein Spaziergänger mit Hund zeigt sich verwundert, warum ein Mikrofon auf eine Pfütze ausgerichtet ist. Dennoch ist die Aufnahme voller Klang …

50°16’18.96″N 6°34’18.04″E

Von Lissingen auswärts an der B 410 gelegen, ein wenig versteckt, findet sich am Treisbach der Brubbeldrees. Von der Straße aus führt ein Weg mit einigen Stufen hinab zur Quelle. Wie bei kochendem Wasser steigen in unregelmäßigen Abständen kleine Blasen aus dem Topf nach oben und zerplatzen mit leisem Klang an der Oberfläche. Brubbeln bedeutet im Eifeler Platt soviel wie im Wasser aufsteigende Bläschen, wie beim Gären oder Brodeln. In einem Ring aus Stein gefasst und mit Eisengitter und kunstvoll geschmiedeten Eisenranken mehrfach geschützt, scheint dieser Drees fast ein stehendes Gewässer zu sein. Doch er wird in Bewegung gehalten durch Gase, die sich im mineralisch-vulkanischen Gestein in der Tiefe gelöst haben und ihren Weg nach oben suchen. Stetig fließt weiteres Wasser nach und sucht sich seinen Weg über den Überlauf des Topfes hin zum Bach. Der Sauerbrunnen hat einen hohen Anteil an Eisen, was die umgebenden Steine rostbraun eingefärbt hat.

50°13’10.21″N 6°37’28.99″E

Nicht allzu weit vom schönen Eicholzmaar gelegen, ein wenig den Lauf des Gussbachs ansteigend, findet sich der Steffelner Drees. Ein wenig erinnert die steinerne Fassung des aus dem Boden quellenden Wassers an ein Schlüsselloch zu einer anderen Welt, aus dessen Tiefel das rotbraune Wasser emporsteigt. Das sanfte Zerplatzen der Bläschen im Dreestopf mischt sich mit dem Rauschen des Waldes. Der Drees ist stark eisen- und manganhaltig. Dafür findet sich hierin vergleichsweise wenig Calcium und Magnesium.

50°16’21.91″N 6°33’26.34″E

Einer der unbekanntesten Dreese der Eifel liegt außerhalb des Ortes mit der wohl bekanntesten Quelle: Der Wallenborner Felddrees. Er wurde erst in den letzten Jahren wieder neu erschlossen und zugänglich gemacht. Außerhalb des Dorfes, an einer Böschung liegend, stillte er in früheren Zeiten den Durst der Bauern auf dem Feld. Heute lädt eine Bank zum Ausruhen ein. Er bildet einen sehenswerten Kontrast zum touristisch erschlossenen „Brubbel“.

Die Aufnahme entstand an einem windigen Sommertag, ein Gewitter lag in der Luft. Einige Tropfen Regen fielen. Im Hintergrund sind die starken Windböen zu hören, die durch die Bäume fahren.

50° 8’56.03″N 6°42’55.90″E

In dieser Aufnahme gibt es den Wechsel-Gesang eines Stieres mit den Kühen der gegenüberliegenden Weide zu hören. Durch die trichterförmige bauliche Anlage des Dreeses werden die Tierstimmen der angrenzenden Weiden eingefangen und verstärkt. Daneben plätschert leise der Drees.

Der Duppacher Drees liegt am östlichen Rand des einstigen Duppacher Maares, welches vor hundertausenden Jahren entstand und im Laufe der Zeit verlandete. Mit besonderem Augenmerk haben die Duppacher die Materialien des steinernen Pavillons ausgewählt, der die Quelle schützt: Der Brunnen ist aus unterdevonischer Grauwacke gemauert, durch den der Duppacher Vulkan einst hindurchbrach. Das Dach wird von Säulen aus vulkanischem Basalt getragen. Das Wasser zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Eisen, Natrium, Calcium und Hydrogencarbonat aus und ist ein sogenannter, Natrium-Calcium-Hydrogencarbonat-Säuerling.

Die Hinweistafel nahe des Dreeses verzeichnet folgende Konzentrationen der gelösten Elementen:
Kationen: Natrium (Na) 219,0 mg/l | Kalium (K) 13,7 mg/l | Calcium (Ca) 238,5 mg/l | Magnesium (Mg) 160,5 mg/l
Eisen (Fe) 5,5 mg/l | Mangan (Mn) 0,1 mg/l
Anionen: Hydrogencarbonat (HCO3) 2050 mg/l | Chlorid (Cl) 11,2 mg/l

50°15’49.70″N 6°33’5.06″E

Ein rüttelndes, schüttelndes Gurgeln ist beim Näherkommen an den Hotzendrees zu hören. Rostbraun leuchtet die gefasste Rinne, mitten in Daun gelegen und doch abseits. Rund 30 Meter gilt es den Burgberg hinabzusteigen, um über ein Lieserbrückchen zum Drees zu gelangen, der auf einem geschwungenen Platz steht. Er ist der beliebteste Drees der Dauner, obwohl sein Geschmack einigen Einheimischen sogar recht sauer erscheint. An der nahen Ortsumgehung halten regelmäßig Fahrzeuge, aus denen Menschen mit Flaschen zum Abfüllen den kleinen Trampelpfad hinuntergehen. Auf den Bänken rasten Wanderer und Radfahrer am Rande des Lieserpfads.

Dauner Quellreichtum
Daun ist einer der quellreichsten Orte der Vulkaneifel mit zahlreichen Dreesen, die zum Teil sogar verschwunden und in Vergessenheit geraten sind. Neben dem Dauner Sprudel, der sein Mineralwasser aus den Quellen des Liesertals bezieht, lädt ein gefasster Drees im Kurpark Gäste zum Trinken ein. Dass in der Nähe des ehemaligen Hotels Anna Maria zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein rundgemauerter Drees lag, wissen womöglich die Wenigsten. Wer nach ihm sucht, findet seine steinernen Überreste. Wenige Meter entfernt gab es lange Zeit in einem der Quellhäuschen des Dauner Sprudels in einem bronzenen Becken die Möglichkeit Drees abzufüllen. Unweit des Hotzendrees‘ befindet sich eine weitere Quelle auf einem Privatgrundstück. Der alte Dauner Drees in der Dreesgasse/Arensbergstraße, dort wo heute die Kaffeerösterei steht, ist vom Schutt des Kriegs verfüllt. Der Josenbachdrees (aufgrund seines eruptiven Klangs im Volksmund auch Kotzdrees genannt) am Fuße des Hunert ist hingegen noch im Gebrauch. Von den in alten Karten ausgewiesenen zwei weiteren Mineralquellen den Josenbach hinauf, weist seit neuerem lediglich eine Tafel am Kolverather Drees auf die alte Quelle hin.

Aufnahmeort: Hotzendrees in Daun

50°11’56″N 6°49’55″E

Außerhalb des Dorfes Dockweiler, einige Kilometer den Hasbach entlang, liegt im Wald der Dockweiler Drees. Hier rinnt das Wasser durch ein dünnes Stahlrohr in einen Kanaldeckel. „Kein Trinkwasser“ steht auf einem kleinen Schild über der Quelle, obwohl das Wasser köstlich schmeckt.

50°14.597’N, 6°48.721’E

Im Tal der Lieser, in der Struth, liegt vorm Ortseingang Neichen der Neichener Drees. Von ihm hat man einen weitläufigen Blick bis hoch nach Hilgerath, wo die alte Pfarrkirche steht. Und Wanderer des Lieserpfades kommen unmittelbar daran vorbei. Die Quelle der Lieser liegt nur gut 4 Kilometer entfernt. Ein Schild nahe des gefassten Drees‘ weist darauf hin, dass 1960 der Versuch unternommen wurde, durch eine tiefere Bohrung einer höhere Schüttung der Quelle zu erreichen, was jedoch nicht den erwünschten Erfolg hatte. Viele Jahre wurde der Drees sogar durch eine Umzäunung abgeriegelt, da man annahm, er weise nicht die notwendigen Trinkwasservoraussetzungen auf. Seit 1979 ist der Brunnen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und das Wasser von bester Qualität. Am Wanderwegweiser wenige Meter weiter sind in einem Kästchen frische Becher bereitgestellt, um jedermann den Genuss des Wassers zu ermöglichen. In den Sommermonaten kann es sein, dass das
Befüllen des Bechers ein wenig länger dauert, da die Schüttung der Quelle je nach Jahreszeit variiert. Das Warten wird jedoch durch den besonderen Geschmack des Neichener Dreeses belohnt.

Aufnahmeort: Drees Neichen
50°15’40.1″N 6°52’03.6″E

Schnell ist man an ihm vorbeigesaust. Ausgangs des Dorfes Niederstadtfeld, auf dem Weg nach Schutz, liegt der Drees rechts der Straße. Wenige Stufen die gefasste Brunnenanlage hinab, rinnt das mineralhaltige Wasser durch ein Stahlrohr ins Becken. Seine gelösten Bestandteile sind reichhaltiger vorhanden als in anderen Wässern der Region, worauf ein Schild mit Vergleichswerten hinweist. Er sei um das 15fache stärker mit natürlicher Kohlensäure ausgestattet, als nötig ist, um als Säuerling
oder Sauerbrunnen bezeichnet werden zu dürfen, wird dort nicht ohne Stolz vermerkt. Die Hinweistafel nahe des Dreeses verzeichnet folgende Konzentrationen der

Inhaltstoffe:
Kationen: Natrium (Na) 595 mg/l | Kalium (K) 27,4 mg/l | Calcium (Ca) 140,3 mg/l | Magnesium (Mg) 102,1 mg/l
Anionen: Hydrogencarbonat (HCO3) 2383 mg/l | Nitrat( NO3) 7 mg/l | Chlorid (Cl) 86,7 mg/l | Sulfat 35

Aufnahmeort: Drees Niederstadtfeld
50°09’24.8″N 6°45’40.6″E

An ferne Tage erinnert das klassizistische Quellhäuschen. Als stünde es in einem mondänen Kurort. Doch direkt an der L24 mit regem Autoverkehr, der Vieles im Kylltal übertönt, fristet es eher ein Schattendasein. Bizarr erscheint, dass die Quelle erst zu sprudeln beginnt, wenn der Bewegungsmelder am Eingang passiert wird. Langsames, träges Gurgeln und Würgen, dann ergießt sich die Quelle, bis nach wenigen Minuten der Bewegungsmelder die Pumpe ausschaltet …

Bereits die Römer sollen diese Quelle genutzt haben. Der Weg an der Kyll ist – wie alle Wege der Flüsse und größeren Bäche der Eifel – in Antike und Mittelalter als Hauptweg ins Hinterland ohnehin stark frequentiert, sodass die Lindenquelle einer der bekannteren und meistgenutzten Dreese gewesen sein dürfte. Zudem wurde die heilende Wirkung der Quelle anerkannt und das Wasser in Tonkrügen abgefüllt mit Pferdefuhrwerken zu den Kunden bis nach Trier verbracht. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde auch die industrielle Nutzung des Wassers zunehmend interessant. Mit eigenem Gleisanschluss wuchs ein Betriebsgelände rund um die Quelle, welches in den 1970er Jahren aufgegeben und Anfang der 1980er Jahre abgerissen wurde. Durch Sprengarbeiten in den 1960er Jahren wurde das Wasser in Mitleidenschaft gezogen und konnte nicht weiter industriell genutzt werden. Heute ist der Pavillon der Lindenquelle ein beliebtes Ausflugsziel und gibt vielen Durchreisenden die Möglichkeit, das Eifeler Drees-Wasser kennen- und schätzen zu lernen.

Aufnahmeort: Lindenquelle bei Birresborn
50°11’34.9″N 6°38’07.6″E

Am Rande des Dorfes Wallenborn liegt der alte Drees des Dorfes. Sein Wasser wurde von den Menschen auch in früherer Zeit sehr geschätzt. Zum Einsatz kam es als Erfrischungsgetränk bei der kräftezehrenden Feldarbeit oder in der Küche beim Backen der traditionellen Buchweizenküchlein (Heedeléschkoochen). Zumeist war es Aufgabe der Kinder, das leckere Wasser von der Quelle zu holen. Hierzu kam meist das kleine Milchkännchen aus Blech zum Einsatz, welches mit Deckel und Henkel auch von den Kleinen gut getragen werden konnte.

50° 9’19.22″N 6°42’57.63″E

Ein kleines Rinnsaal im Blätterrauschen der Bäume.

Dass die Oberstadtfelder einen Drees haben, dürfte vielen Eifelern unbekannt sein. Er liegt westlich außerhalb des Dorfes, unscheinbar am Mühlenbach, der nach Niederstadtfeld Richtung Kleine Kyll fließt. Ein kleiner Wegweiser „Sauerbrunnen“ weist den Weg über den Bach hinauf zum Drees. Stetig rieselt ein kleiner Wasserstrahl aus dem Stahlrohr aus der steinernen, rundgefassten Quelle. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Ein besonderer Ort der Stille, den es lohnt, ihn aufzusuchen.

Aufnahmeort: Drees bei Oberstadtfeld
50°10’16.1″N 6°45’30.3″E

Der Drees am Fischbach bei Birresborn ist neu hergerichtet worden. Ein Ablauf zum Bach nimmt das plätschernde Dreeswasser nach wenigen Metern auf.

50°10’45.39″N 6°36’50.32″E

Meist plätschert er nicht mehr, der Drees am Laubachshof bei Oberehe. Das Rauschen der Fahrzeuge übertönt seine wenigen Tropfen. Vermutlich ist dieser Drees einer der auch für die Eifeler unbekannteren Quellen. Obwohl auf dem Weg von Hillesheim nach Daun direkt an der B 421 gelegen, fahren täglich tausende Menschen mit ihren Fahrzeugen vorbei. Viele von ihnen, um die Lücke der A1 zu umfahren. LKW machen hier Rast, um ihre gesetzmäßigen Ruhepausen einzuhalten. Feuerstellen und leere Flaschen lassen ihn verwahrlost aussehen. Wohl fristet der Platz um den Drees eher ein Dasein als Toilette, denn als Quellort zum Verweilen …

Aufnahmeort: Drees am Laubachshof bei Oberehe
50°16’24.4″N 6°46’29.8″E

Mit ein wenig Glück kann man den Schwarzstorch in diesem Tälchen am Nohner Bach beobachten. Nicht weit von hier nistet der seltene große Vogel. Der Bodenbacher Drees liegt in offenem Gelände mit einzigartigem Blick in die umgebende Landschaft. Eine hölzerne Liege lädt zum Ruhen und Beobachten ein. Die Quelle ist durch Basaltstelen umgeben, welche Geräusche wie das Rauschen des Baches mindern. So kann man ausgezeichnet die leise zerplatzenden Bläschen hören, die aus dem offenen, rostbraunen Quelltopf aufsteigen. Ein leises Knistern ist in unregelmäßigen Abständen zu vernehmen. Immer wieder anders. Nahezu magisch.

Die Hinweistafel nahe des Dreeses verzeichnet folgende Konzentrationen der gelösten Elemente: Kationen: Natrium (Na) 320 mg/l | Kalium (K) 8,9 mg/l | Calcium (Ca) 103 mg/l Magnesium (Mg) 154,2 mg/l | Eisen (Fe) 0,42 mg/l | Mangan (Mn) 0,05 mg/l Anionen: Hydrogencarbonat (HCO3) 2049,6 mg/l | Nitrat (NO3) 2,40 mg/l | Chlorid (Cl) 11,5 mg/l Wassertemperatur: 13,4 °C

Hydrogencarbonat – HCO3 Hydrogencarbonat, ein Salz der Kohlensäure, ist säureneutralisierend. Es bildet sich, wenn das Wasser kalksteinhaltige Schichten durchläuft. Ein höherer Gehalt von Hydrogencarbonat wirkt sich auf den Geschmack des Dreeses aus: er schmeckt weniger säuerlich. Zudem soll es den Säure-Base-Haushalt des Körpers positiv beeinflussen, etwa Sodbrennen und Harnwegsleiden mindern. Der Bodenbacher Drees weist eine hohe Konzentration an Hydrogencarbonat auf – mehr als in den handelsüblichen Mineralwässern.

Aufnahmeort: Bodenbacher Drees

50°18’29″N 6°50’19″E