Die Kyll ist der längste und wasserreichste Fluss der Eifel. Knapp 128 km schlängelt er sich von der belgischen Grenze bei Losheim durch Wiesen und Felsen bis zur Mündung in die Mosel bei Trier-Ehrang. 537 m Höhenunterschied liegen zwischen Quelle und Mündung. Dreieinhalbmal die Höhe des Kölner Doms überwindet das Wasser. Ähnlich geschichtsträchtig wie bei der Entstehung des steinernen Weltkulturerbes dürfte es auch an den Ufern der Kyll im Laufe der Jahrhunderte zugegangen sein. Straßen und Wege der Römer folgten ihrem Lauf, Siedlungen von Kelten, die der Kyll ihren Namen gaben (gilum), entstanden und vergingen, bis sie und ihre angrenzenden Felder und Wälder zum Lebens- und Verkehrsraum der Moselfranken wurden. In alten Urkunden markiert die Kyll Grenzen zu Jagdrevieren der Trierer Kurfürsten und Adeligen. Sie war ein wichtiger Kommunikationsweg ihrer Herrschaft. Das Wasser der Kyll wurde zum Antrieb zahlreicher Mühlen genutzt, ihre Fische bereicherten die oft kargen Speisepläne der Eifeler. Im Zeitalter der Industrialisierung bot sie den Raum für die Schienen der Eisenbahn und bietet heute noch zahlreichen Bahnreisenden eine Aussicht auf die Eifellandschaft. Die Kyll prägt das Gesicht von Stadtkyll und Gerolstein, durchfließt den Landkreis Vulkaneifel vom Norden nach Süden und verlässt ihn bei Densborn in Richtung Eifelkreis.

Quellhöhe: 660 m | Mündungshöhe: 123 m | Höhenunterschied: 537 m | Länge: 128 km
Mündungsfluss: Mosel | Mündungsort: Trier-Ehrang

Aufnahmeort: Densborn